Weitere Pflege drinnen und draußen

Wässern / Sprühen
Drinnen:

Die Chili- und Paprikapflanzen sollten immer genügend Wasser haben, aber nicht im Wasser stehen. Denn eigentlich mögen sie es warm und feucht bis trocken, aber eben nicht nass. Am besten sprüht man sie ab und zu von oben ein, denn in der Wohnung bekommen sie so durch den fehlenden Regen keine Feuchtigkeit. Dazu kommt, dass die Nässe auch Schädlingen (zB. Spinnmilben) vorbeugt, die es trocken und warm mögen.
Wir handhaben es immer so, dass wir richtig wässern und die Erde dann leicht abtrocknen (nicht austrocknen!!!) lassen. So geht später auch nicht gleich jede Pflanze ein, wenn man mal etwas länger mit dem gießen wartet.

Draussen:

Normalerweise werden die Chilis bei uns abends beregnet – die Dauer richtet sich ganz danach, wieviel Wasser nötig ist. Man sollte immer versuchen darauf zu achte, dass man nur gerade soviel Wasser zugibt, wie wirklich nötig ist. So bilden die Pflanzenihre Wurzeln viel stärker aus, suchen sich selbst das nötige Wasser und halten später auch mal etwas mehr Trockenheit aus.

„Abhärten“
Drinnen:

Man sollte die Pflanzen langsam an Sonne und Hitze/Kälte gewöhnen. Also immer schauen, wenn es die ersten Rekordtemperaturen gibt und auch langsam daran gewöhnen, dass es auch mal etwas kühler wird, wenn die ganze Nacht das Fenster geöffnet ist. Alles in allem kann man diesen Punkt in der Wohnung aber weitestgehend vernachlässigen, da es hier keine großen Veränderungen gibt.

Draussen:

Hier sieht das ganze schon anders aus. Man sollte beachten, dass man nicht gerade in der Mittagshitze pflanzt und man kann die Pflanzen auch schon eine ganze Zeit vor dem pflanzen in ihren Töpfen ins Freie stellen, damit sie sich gut an die anderen Einflüsse (Sonne, Regen, Temperaturunterschiede, Wind usw.) gewöhnen. Ausserdem sollte man unbedingt mit dem pflanzen bis Mitte/Ende Mai warten, da die Nächte vorher oftmals noch relativ kalt sein können. Ausserdem kommt es vorher oftmals noch zu Kälteeinbrüchen (zB. Eisheilige).
Wir pflanzen unsere Chilis meist an einem Abend Ende Mai raus. Günstig ist es auch, wenn es etwas regnet. So wachsen die Pflanzen gut an. Wenn nicht, sollte man auf keinen Fall vergessen die Pflanzen gut anzugießen. Zudem binden wir vorsorglich gleich alle Pflanzen an Stöcke – auch die, die einen Kompakten Wuchs haben. Denn bei einem richtigen Sturm, stehen die ohne Hilfe meist auch nicht mehr. Das Anbinden bietet auch gerade dann Schutz, wenn es hagelt oder starken Platzregen gibt. Die Chilis brechen dann wesentlich seltener ab.

Beschneiden / Ausgeizen

Ausgeizen (Seitentriebentfernung an den Blattachseln) kennen einige sicher von Tomatenpflanzen. Und da sie auch zu den Nachtschattengewächsen gehören, könnte der ein oder andere vielleicht vermuten, bei den Chilis den Ertrag genauso erhöhen zu können. Aber das ausgeizen von Chili- und Paprikapflanzen ist nicht notwendig. Man kann die Pflanzen höchstens leicht einkürzen, also zurückschneiden, um allzu großem Höhenwachstum entgegenzuwirken. Am günstigsten ist es direkt über einer Blattverzweigung zu schneiden. Diese Möglichkeit ist wohl vor allem für Leute interessant, die die Pflanzen in der Wohnung haben.
Ob nun das Beschneiden insgesamt einen höheren Ertrag bringt, können wir nicht sagen. Wir haben beide Varianten getestet und konnten keinen wirklich großen Unterschied entdecken.
Nur zum überwintern werden unsere Chilis richtig zurückgeschnitten. Aber dazu mehr im Abschnitt „Überwintern“.

Königs-Blüte ausbrechen!?

Hier ist gemeint, dass die Blüte in der ersten Verzweigung ausgebrochen wird. Mal wieder ein Thema, wo die Meinungen auseinander gehen. Die einen sagen, man sollte das bei bestimmten Sorten bzw. Gattungen unbedingt machen. Die anderen meinen, es ist nicht nötig. Mittlerweile gibt es auch Untersuchungen zu diesem Thema. Dabei wurde bisher bestätigt, das die Königsblüte keinen Einfluss auf den Ertarg hat.
Wir haben bisher sozusagen immer die Pflanzen selbst entscheiden lassen. Ist die 1. Blüte aufgegangen, blieb sie dran und ist sie von allein abgefallen, auch gut. Früchte hatte trotzdem bisher noch jede Pflanze. Rein vom überleben wäre es auch unsinnig für die Pflanze, wenn alle Kraft nur in eine Blüte gehen würde. Denn die Menge der Samen wäre vergleichsweise gering und es würde kaum Nachkommen geben.

Bestäuben

Draußen übernehmen das natürlich Insekten. Aber wer will solche schon gern in der Wohnung haben!
In der Wohnung ist dieses Problem aber trotzdem leicht zu beheben. Erstens reichen meist schon geringe Luftbewegungen, damit die Pollen ausfallen und ausserdem kann man auch einfach mit einem kleinen Pinsel den Blütenstaub selbst verteilen. Wer von den Pflanzen Samen für das Folgejahr nutzen will, sollte allerdings darauf achten für jede Pflanze (bzw. für jede Sorte) einen eigenen Pinsel zu benutzen, um Kreuzungen zu vermeiden.

Düngen

Am besten geeignet für Chilis sind Tomaten- oder Gemüsedünger.
Spezielle Erde ist oftmals auch schon vorgedüngt, so dass man anfangs nicht gleich düngen muss. Vorgedüngte Erde hat den Vorteil, dass die Pflanzen von Anfang an gut mit Nährstoffen versorgt sind. Zudem ist der Dünger im genau richtigen Verhältnis und die Gefahr von Überdüngung somit geringer.
Wir düngen meist das erste Mal, wenn die ersten Knospen zum Vorschein kommen. Verwendet wird Tomatendünger, den wir laut Packung dosieren. Allerdings sollte man hier lieber weniger nehmen als zu viel. Überdüngt man die Pflanzen, sind sie oftmals kaum noch zu rette, da ihnen buchstäblich das Wasser von der gedüngten Erde entzogen wird, was ja eigentlich genau andersrum sein sollte.

Webtipp: Hornspäne als Dünger

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