Schädlinge

Blattläuse
BlattläuseDie Blattlaus ist eine Pflanzenlaus, die genau wie die Spinnmilbe Pflanzensaft saugt. Bei günstigem Klima können sie sich fast explosionsartig ausbreiten. Am häufigsten sind die Blattläuse in großer Zahl an Knospen, Trieben und Blattunterseiten der Pflanzen zu finden.
Mit Hilfe ihrer Stechrüssel gelangen sie bis in die Leitungsbahnen zwischen den Pflanzenzellen und saugen dort den Pflanzensaft. Den überschüssig aufgenommenen Saft scheiden die Läuse wieder aus und man kann ihn als sogenannten Honigtau (klebriger Belag) auf den Blättern sehen. Die befallenen Blätter rollen sich meist zusammen und vertrocknen, Triebe und Knospen verkümmern.
Durch den Honigtau kann es vorkommen, dass zB. Ameisen angelockt werden, die dann die Blattlauskolonie „pflegen“, um auch weiterhin an den Honigtau zu kommen. Eine weitere Gefahr ist die Übertragung von Viren beim saugen aus den Leitungsgefäßen der Pflanzen. Dies kann zum Beispiel bei Paprikas zu mißgebildeten Früchten führen.
Blattläuse kommen besonders bei trockener und warmer Witterung im Frühjahr vor. Ab Juni nimmt der Befall oftmals ab, da dann immer mehr natürliche Feinde (Marienkäfer, Schwebfliege, Schlupfwespe, Gallmücke, Florfliege und einige andere Larven, Insekten, Spinnen und Vögel) da sind.
Da Die Blattlaus gegen gängige chemische Mittel mehr und mehr resistent wird, greift man immer öfter auf Nützlinge (natürliche Feinde) und biologische Mittel zurück. Beispiele für die biologischen Mittel sind: Brennnesseljauche, Tabaksud, Seifenlösung mit Kernseife, Neem oder bei geringen Befall das Abspritzen/Ansprühen der Pflanzen mit Wasser. Hat man genügend Platz, kann man Kapuzinerkresse in die Nähe stark befallener Pflanzen säen. Sie wirkt auf Blattläuse stark anziehend und lockt die Schädlinge von den anderen Pflanzen weg.

Dickmaulrüssler
DickmaulrüsslerEr ist ein häufig verbreiteter Schädling sowohl an Topfpflanzen, als auch an Freilandpflanzen. Am auffälligsten sind die Fraßschäden, die er an den Blättern verursacht. Diese gehen immer vom Blattrand aus und ziehen sich halbrund zur Blattmitte. Den schwarzen Käfer, mit seinem rüsselartig verlängerten Kopf, sieht man allerdings selten, da er Nachtaktiv ist. Auch die weiße Larve des Dickmaulrüsslers richtet an der Pflanze schaden an. Sie frisst an den Pflanzenwurzeln, auch an den verholzten. Am wohlsten fühlen sich diese Larven in feuchten und humosen Böden.
Eine effektive Methode die Käfer wieder loszuwerden, ist das Auslegen von Holzbrettern. Darunter verstecken sich die Käfer am Tag und man kann sie leicht absammeln. Ausserdem kann man gegen die Larven Nematoden (Steinernema und Heterorhabditis) einsetzen. Hühner und Enten nehmen die Larven ebenfalls gern als kleinen Snack an, was man aber nicht als richtige Bekämpfungsmethode für das Gartenbeet sehen kann. Denn da würden sie beim scharren eventuell auch die Pflanzen beschädigen.

Kartoffelkäfer
KartoffelkäferDiese etwa 1 cm großen Käfer verursachen, vor allem an Kartoffelpflanzen, einen großen Schaden der Fraß. Allerdings befallen sie auch alle anderen Nachtschattengewächse, wenn Nahrungsmangel herrscht.
Aus den gelblichen Eiern, die meist an der Blattunterseite abgelegt sind, schlüpfen Larven. Diese ernähren sich vorerst von Schabefraß an den Blättern und später auch durch Lochfraß. Nach dem verpuppen entsteht der ausgewachsene Kartoffelkäfer. Er hat einen rötlich-braunen Kopf und gelbe Flügel mit 10 schwarzen Längsstreifen. Der ausgewachsene Käfer richtet ebenfalls große Fraßschäden am Laub der Pflanzen an.
Bekämpfen kann man ihn durch Absammeln oder durch Anwendung chemischer Mittel. Wobei dem Absammeln, auch wenn es mehr Arbeit macht, der Vorrang gegeben werden sollte.

Schnecken
SchneckenDiese gefräßigen Vertreter kennt wohl jeder, der einen Garten hat. Häufig vertilgen die verschiedensten Schneckenarten im Frühjahr alles, was grün ist und von vielen Pflanzen bleibt nur noch ein Stück Stängel übrig. Besonders schlimm sind in unseren Regionen die roten und braunen Wegschnecken (Nacktschnecken) verbreitet. Aber auch Weinbergschnecken sind anzutreffen. Weinbergschnecken sind in dem Fall aber noch das kleinere Übel. Denn sie Fressen die Gelege der Nacktschnecken. Ist da aber nichts mehr zu holen, machen sie sich genauso über die Pflanzen her.
Bekämpfungsmöglichkeiten gibt es unzählige. Zu den chemischen Mitteln gehört zum Beispiel Schneckenkorn. Wobei der Einsatz gut dosiert und überlegt sein sollte. Biologische Möglichkeiten finden sich auch viele. Hierzu gehören Absammeln, Salz, Bierfallen, Abdecken der Pflanzen (vor allem Jungpflanzen), Holzbretter auslegen (dort ziehen sich die Schnecken ins Dunkle und Kühle zurück und man kann sie einsammeln), natürliche Fraßfeinde wie die Laufente und das Abdecken der Beete mit Nadelholzzweigen (erschwert die Fortbewegung der Schnecken).

Spinnmilben
SpinnmilbenDie Spinnmilben sind kleine Spinnentiere, die man meist nur als winzige Punkte bzw. nur mit einer Lupe sieht. Sind die Pflanzen einmal befallen, breiten sich die Spinnmilben sehr schnell aus. Meist sind sie an den Blattunterseiten der Pflanzen zu finden. Sie überziehen die Blätter, bei starker Ausbreitung auch die ganze Pflanze mit einem feinen Gespinst.
Der eigentliche Schaden wird aber verursacht, weil sie sich an den Blättern festsetzen und den Saft aus den Pflanzenzellen saugen. An der oberen Blattseite kann man dies anfangs an kleinen hellen Punkten erkennen, die sich nach und nach zu durchscheinenden Flächen vergrößern. Bei zu starkem Befall sterben die Blätter schliesslich ab.
Vorbeugen kann man den Spinnmilben, indem man immer auf eine relativ hohe Luftfeuchte achtet (zB. häufiges Besprühen der Pflanzen), da sie warmes und trocknes Klima lieben.
Natürliche Feinde der Spinnmilben sind Marienkäfer, Gallmücken, Schlupfwespen, Florfliegen, Raubmilben und Raubwanzen. Als Mittel zur Bekämpfung kann man sowohl Brennesseljauche als natürliches Mittel, als auch spezielle Mittel, wie zB. Neem und Kaliseife, nutzen.

Thripse
ThripseDieser Schädling, der auch häufig als Fransenflügler bezeichnet wird, kommt vor allem bei Pflanzen im Zimmer und in Wintergärten vor. Dort richten die Thripse (Thysanoptera) auch oft große Schäden an. Am häufigsten erkennt man den Befall an weiß gesprenkelten Blättern. Bei extremen Befall können die Blätter flächig durchsichtig bzw. silbrig wirken. Diese Symptome entstehen durch das Saugen der Thripse an den Blättern. Ein anderes auffälliges Merkmal sind kleine schwarze Kottröpfchen auf den Blättern.
Dir Thripse selbst sind etwa 1-2 mm lang. Es gibt sie sowohl in hellen, also auch in dunklen Färbungen. Der Entwicklungszyklus, in dem der Thrips mehrere Häutungen vollzieht, dauert 14-48 Tage.
Seltener kommen auch Thripsarten vor, die Blüten befallen und somit Deformationen an diesen hervorrufen. Diese Arten beschränken sich aber meist nur auf Korbblütler.
Bekämpfen kann man Thripse mit folgenden Nützlingen: Raubmilben und Florfliegenlarven. Ausserdem gibt es einige im Handel erhältliche chemische und biologische Pflanzenschutzmittel.

Trauermücken
TrauermückenBei den Trauermücken (Lycoriidae) handelt es sich um kleine schwarze Fliegen, die normalerweise eine Größe von 2-3 mm haben. Sie fliegen meist in Topfnähe umher, was daran liegt, dass sie weniger gute Flieger sind. Teilweise taumeln sie auch leicht im Flug.
Die besten Lebensbedingungen finden sie in humosem und ständig feuchtem Boden. Dort legen sie ihre Eier ab und es bilden sich weißlich durchsichtige Larven mit schwarzen Köpfen. Diese Larven erreichen eine Länge von etwa 10 mm. Normalerweise ernähren sie sich von totem organischem Material. Kommen sie aber in Massen vor, fressen sie ausserdem an den Pflanzenwurzeln, was vor allem bei Jungpflanzen große Schäden hervorrufen kann.
Die Entwicklung von der Eiablage bis hin zur erwachsenen Mücke dauert etwa 3 Wochen.
Bekämpfen kann man die Trauermücken, die oft auch als Schwarze Fliegen bezeichnet werden, auf verschiedene Art und Weise. Chemische Mittel sind für den Privathaushalt hier in Deutschland nicht zugelassen. Am verbreitetsten ist das Abfangen der Trauermücken mit Gelbtafeln. Allerdings ist das bei einem Massenbefall oft nicht mehr ausreichend. Ist das der Fall, kann man Nematoden (Steinernema feltiae) einsetzen. Diese kann man dem Gießwasser beimengen und so in die Erde bringen. Bei geschlossenen Räumen können ebenfalls Raubmilben (Hypoaspis miles) eingesetzt werden. Als Hausmittel ist es auch gängig eine Sandschicht auf die Erde aufzubringen und auch die Topflöcher unten in Sand zu stellen. So werden die Trauermücken an der Eiablage gehindert. Eine ähnliche Wirkung hat das Abdecken des Topfes mit einem Nylonstrumpf. So kommen die Trauermücken ebenfalls nicht mehr an die Erde. Hierbei sollte man aber darauf achten, dass der komplette Topf mit Untersetzer abgeschlossen ist.
Vorbeugend sollte man die Pflanzen nie zu feucht halten. Am besten ist das Wässern von unten. Dabei wird alles Wasser, was nach 10-20 Minuten nicht von der Erde aufgenommen wurde, weggeschüttet. Erst nachdem die Erde leicht angetrocknet ist, gießt man erneut.

Weiße Fliege
Hierbei handelt es sich um ca. 1-2 mm große weiße Insekten. Es scheint als ob sie am ganzen Körper weiß bepudert wären. Meist erkennt man sie nicht gleich, da sie im Normalfall an den Blattunterseiten sitzen. Berührt man die Pflanzen, fliegen die sie in einem Schwarm nach oben, um sich gleich darauf wieder auf den Blättern nieder zu lassen.
Schaden bringen diese Tiere, weil sie an den Leitungsbahnen der Pflanzen saugen. Sie entziehen den Pflanzen somit den Zellsaft und schaffen durch die Verletzung der Blattstruktur beim Einstechen einen Angriffspunkt für Krankheiten (vor allem Pilze, wie zum Beispiel Rußtaupilz).
Ein weiteres Merkmal sind die milchig weißen bis cremefarbenen Eiablagen an den Blattunterseiten. Diese sind meist kreisrund, da das Weibchen während der Eiablage ihre Stechborste weiter im Blatt lässt und sich um diese Achse dreht.
Die Larven schlüpfen anschließend und sind dann vorerst recht unbeweglich. Danach verpuppen sie sich, um sich zur erwachsenen Weiße Fliege zu entwickeln. Genau dieses Stadium macht die Bekämpfung der Weißen Fliege sehr schwierig, da sie zu der Zeit kaum bis gar nicht angreifbar ist. Setzt man also ein Mittel ein, sollte man es immer mehrmals anwenden. Der gesamte Entwicklungszyklus der Weißen Fliege dauert etwa 20-35 Tage.
Zur Bekämpfung ansich gibt es verschiedene chemische und biologische Mittel. Wie schon gesagt, sollte man die Spritzungen häufig wiederholen und immer auch die Blattunterseiten gut benetzen, da man sonst nicht die gewollte Wirkung hat. Wir haben bisher gute Erfahrungen mit Neemöl gemacht. Nach mehrmaliger Anwendung blieben nur noch wenige Weiße Fliegen übrig. In Gewächshäusern kann man ausserdem Erzwespen einsetzen, welche zu den natürlichen Feinden der Weißen Fliege gehören.

Zikaden
ZikadenZikaden gehören zu den saugenden Insekten. Sie haben eine Größe von etwa 2-4 mm, einen keilförmigen Körperbau und einen auffällig dreieckigen Kopf. Sie saugen sowohl am Blattgewebe, als auch direkt in den Leitungsbahnen der Pflanze. Dadurch bringen sie eine zweite Gefahr für die Pflanze, denn diese kann sich leicht mit anderen Krankheiten infizieren, die teilweise sogar direkt durch die Zikaden übertragen werden.
Im Allgemeinen gehören die Zikaden nicht zu den häufigsten Schädlingen. Sie können gut fliegen und springen. Das Springen wird meist eingesetzt, wenn sie gestört werden. Bei manchen Zikadenarten, kommt es zu einer ähnlichen Blattsprenkelung, wie bei Thripsen. Allerdings ist der direkte Schaden an den Pflanzen meist zu vernachlässigen und eine Bekämpfung lohnt deshalb wenig.
Will man sie trotzdem bekämpfen, werden flüssige Pflanzenschutzmittel, vor allem auf die Blattunterseiten, aufgebracht. Günstigerweise macht man dies bei niedrigeren Temperaturen, da die Zikaden dann träge werden.

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