Capsicum lanceolatum

Allgemeines:
Capsicum lanceolatum BlüteUrsprünglich stammt diese Art aus Mittelamerika, genauer gesagt aus Mexiko, Guatemala und Honduras. In den Nebelwäldern von Guatemala, die in einer Höhe von 1200 bis 1800 m liegen, wuchsen die Pflanzen in einem neblig-feuchten Klima auf humosem Boden. Um diesen Chilipflanzen einen optimalen Standort zu bieten, sollte dieser also feucht und warm sein.
In den 90er Jahren wurde erstmals wieder nach dieser Art an den früheren Fundorten gesucht. Doch durch landwirtschaftliche und bauliche Nutzung waren die Bestände ausnahmslos verloren gegangen. Dafür fand man ein anderes Verbreitungsgebiet in der Region des Biotopo el Quetzal. Dies ist bis heute das einzige natürliche bekannte Vorkommen.
Der Name „lanceolatum“ leitet sich aus der Blattform der Pflanzen ab. Sie ist im Gegensatz zu anderen Arten lanzettlich-lang. Die Mayas bezeichnen sie wiederum als „IC“. Weitere gängige Bezeichnungen sind „Yerba de pajarito“ (Kleines Vogelkraut) oder „Pajarito del rio“ (Kleiner Vogel des Flusses).
Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal, vor allem zu den kultivierten Arten, ist die Anzahl der Chromosomen. Capsicum lanceolatum hat 13 Chromosomenpaare anstatt 12. Dieses 13. Chromosomenpaar tritt nur bei einigen Wildarten auf. Es wird vermutet, dass es bei den anderen Arten irgendwann während der Verbreitung und Kultivierung verloren ging. Es wurden auch mehrere Kreuzungsversuche zwischen Arten mit verschiedener Chromosomenanzahl durchgeführt. Da hieraus keine Nachkommen entstanden sind, geht man davon aus, dass sich zwischen diesen Arten eine Befruchtungshürde befindet.
Capsicum lanceolatum

Habitus:
Die Chilipflanzen dieser Art erreichen Wuchshöhen zwischen 1 m und 5 m. Allerdings wachsen sie trotz ihrer Höhe eher langsam, dabei buschig mit aufrechten, schlanken Trieben.
Bei den Pflanzen selbst handelt es sich um Halbsträucher, d.h. die Triebe verholzen an der Unterseite und sind im mittleren und oberen Teil krautig und grün.

Blätter:
Alle Blätter der C. lanceolatum sind behaart. Die Blätter wachsen paarweise wechselständig am Sproß. Das heißt, dass im Gegensatz zu den anderen Arten immer 2 Blätter zusammen aus dem Sproß wachsen. Ein Blatt ist dabei lang und lanzettlich und das zweite Blatt eher rund und etwas kleiner. Sie wachsen beide vom Sproß aus in eine Richtung. Das nächsthöhere Blattpaar wächst dann in die entgegengesetzte Richtung (wechselständig).

Blüten:
Capsicum lanceolatum SamenAuffällig sind die langen spitzen Kelchblätter (Kelchzähne), die durch starke Einkerbungen des Kelches entstehen. Sie erinnern schon fast etwas an Tomatenblüten. Auch der Blütenstiel ist verhältnismäßig lang, teilweise bis zu 5 cm. Die Blüten sind normalerweise 5-zählig, das heißt sie haben 5 Kronblätter. Die Kronblätter sind miteinander verwachsen und zweifarbig (weiß und rot/violett) bzw. dreifarbig (weiß und rot/violett mit grünen Tupfen). Wie die Blätter sind sie an den Spitzen der Kronblätter leicht behaart. Die Blüten sind selbst-kompatibel, sie können sich also selbst bestäuben.

Früchte:
Die Früchte sind sehr kleine (kaum 0,5 cm), fleischige, orange-rote Beeren mit schwarzen oder selten auch weißlichen Samen. Sie haben weder Schärfe, noch typisches süsses Aroma.

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