Capsicum chinense

Allgemeines:
Der Name „chinense“ lässt eigentlich vermuten, dass diese Art aus dem asiatischen Raum, oder besser gesagt aus China, stammt. Der Namensgeber Nikolaus von Jacquin hatte eine Pflanze von einem chinesischen Händler gekauft und nahm deshalb fälschlicherweise an, dass sie aus China kam. Allerdings stammt sie wie alle Capsicum-Arten auch aus Südamerika, genauer aus Peru.

Zu dieser Art gehören die schärfsten Sorten unter allen Chilis. Sie gedeihen im Gegensatz zu den anderen Capsicum-Arten nur in feuchttropischem Klima wirklich gut. Dies ist wohl auch ein Grund, warum Capsicum chinense heute in der Karibik weit verbreitet sind und dort wiederum viele neue Sorten entstanden sind, wie zum Beispiel Scotch Bonnet und Madame Jeanette. Häufig werden sie auch im tropischen Afrika kultiviert. Im asiatischen Raum hat kaum eine Capsicum chinense Sorte ihren Ursprung, dafür aber die schärfsten – die Bhut (Bih) Jolokia und die Naga Morich.

Habitus:
Die Pflanzen dieser Art sind nicht ganz so groß wie die der anderen Capsicum-Arten. Sie erreichen durchschnittlich eine Höhe zwischen 50 und 90 cm. Dafür wachsen sie aber durch ihre zahlreichen Nebentrieben meist von Beginn an sehr in die Breite, was ihnen ein buschartiges Aussehen verleiht.
Bei den Pflanzen selbst handelt es sich um Halbsträucher, d.h. die Triebe verholzen an der Unterseite und sind im mittleren und oberen Teil krautig und grün.

Blätter:
Die Blätter sind hell- oder dunkelgrün, rund-oval bis eiförmig, ganzrandig und spitz zulaufend. Sie erreichen teilweise eine Länge von bis zu 12 cm. Ähnlich wie Capsicum baccatum haben sie also häufig breitere Blätter wie die anderen Vertreter ihrer Gattung. Auffällig ist auch ihre Oberfläche, die wellig bzw. zerknittert wirkt. Der Grund dafür soll sein, dass die Blattadern langsamer wachsen, wie das restliche Blattgewebe. In einigen Fällen kann eine Leichte Behaarung von Blättern und Trieben vorkommen.

Blüten:
Die Blüten befinden sich in den Verzweigungen der Triebe. Im Gegensatz zu den anderen Capsicum-Arten bilden sich aber 3 bis 5 Blüten pro Verzweigung aus. Normalerweise wachsen sie seitlich oder nach unten, in seltenen Fällen gibt es auch stehende Blüten. Pro Blüte zählt man im Allgemeinen 5 Kronblätter, d.h. die Blüte ist 5-zählig. In Ausnahmefällen gibt es auch 4- bis 7-zählige Blüten. Eine Vielzahl der Blüten mit ihren meist blau-violetten Staubgefäßen haben eine helle grünliche Färbung, aber es gibt auch weiße Blüten.

Beispiele für die verschiedenen Capsicum chinense Blüten:

Bhut Jolokia BlütePimenta da Neyde BlüteHabanero Chocolate BlüteLimon BlüteNuMex Suave OrangeYellow Bumpy Blüte

Früchte:
Mit Ausnahme der Wildformen sind die meisten Früchte faltig geformt. Längliche Früchte kommen ebenfalls vor, aber sind eher selten. Faltig, zerknautscht, laternenförmig und unregelmäßig sind wohl die passendsten Beschreibungen für sie. Unreife Früchte sind wie die Blätter hell- bis dunkelgrün oder in seltenen Fällen grünlich cremefarben. Andere Färbungen kommen normalerweise nicht vor. Reif reichen die Färbungen von gelb über orange und rot bis hin zu schokoladenbraun. Besonders auffällig sind die gewellten Samen in den Früchten. Die Samen der anderen Capsicum-Arten sind weitestgehend glatt.
Die meisten Früchte der Capsicum chinense haben eine sehr hohe Schärfe, vereinzelt gibt es auch mildere Sorten. Was allerdings unverwechselbar ist, ist ihr fruchtiges Aroma. Dies unterscheidet sie eindeutig von allen anderen Capsicum-Arten. Um dieses Aroma geniessen zu können, sollte man die Früchte möglichst roh essen, da sich das Aroma beim kochen verliert.

Beispiele für die verschiedenen Capsicum chinense Früchte:

Aji Dulce Long FruchtAribibbi Gusano Frucht Bhut Jolokia FruchtBolivian Bumpy FruchtHabanero Chocolate FruchtHabanero Ivory Frucht
Habanero Mustard FruchtHabanero Orange FruchtHabanero Red FruchtHabanero Red Savina FruchtLimon FruchtPeru Scarlet Lantern Frucht

Kenner verzehren diese Art aus den oben genannten Gründen vorrangig in rohem Zustand. Sie werden zur Verfeinerung von Salaten, für Salsas und als Marinade genutzt. Auch karibische Eintöpfe (Pepper-Pot) enthalten häufig viele der heißen Früchte. Will man die Schärfe etwas reduzieren, sollte man Samen und Scheidewände aus den Früchten entfernen bevor man sie verarbeitet.

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