Capsicum annuum

Allgemeines:

Das Wort „annuum“ bedeutet soviel wie einjährig. Fälschlicherweise wird deshalb häufig angenommen, dass man Capsicum annuum nur ein Jahr kultivieren kann. Einjährig soll aber in diesem Fall nur bedeuten, dass die Pflanzen innerhalb eines Jahres einen Entwicklungszyklus, beginnend mit dem Keimen bis hin zu Samenbildung, durchleben. Alle Vertreter der Art Capsicum annuum können also überwintert werden. In unseren Breiten geht das natürlich nicht draussen, da sie nicht frosthart sind. Im Erwerbsgartenbau werden die Pflanzen hier allerdings wirklich nur einjährig kultiviert, weil das Überwintern der Pflanzen in diesen Größenordnungen umständlicher ist, als sie jedes Jahr neu zu ziehen.

Capsicum annuum ist in Europa und auch weltweit die meist angebaute Art der Gattung Capsicum. Deshalb gehören fast alle Paprikas und Chilis, die man im Laden kaufen kann, zu dieser Art. Gemüsepaprika kann man beispielsweise fast ausschließlich zu ihr rechnen.
Die ursprüngliche Heimat der Capsicum annuum ist wahrscheinlich das heutige Mexiko. Das Verbreitungsgebiet war aber damals schon viel größer – es reichte von Kolumbien bis in den Süden der USA. Nach Europa gelangten die heißen Früchte durch die Reisen von Christoph Kolumbus.

Habitus:

Capsicum annuum Pflanzen erreichen meist eine Höhe bis zu 1,5 Metern. Allerdings gibt es auch sehr viele kleinere Sorten, wie Zierpaprikas. Auch größere Pflanzen können bei guten Bedingungen oder nach mehrjähriger Überwinterung durchaus vorkommen.

Bei den Chilipflanzen selbst handelt es sich um Halbsträucher, d.h. die Triebe verholzen an der Unterseite und sind im mittleren und oberen Teil krautig und grün.

Blätter:

Die Blätter sind oval, zugespitzt und ganzrandig. In der Größe variieren sie im Normalfall zwischen 5 und 30 cm. Die Oberfläche ist mitunter sehr unterschiedlich und reicht von ledrigen und festen, bis hin zu weichen oder auch leicht behaarten Blättern. Farblich erkennt man ebenfalls wenig Einheitlichkeit. Es gibt hellgrüne, dunkelgrüne, weiß panaschierte, violette, violett gemaserte und auch fast schwarze Blattfärbungen.

Blüten:

Die Blüten wachsen aus den Verzweigungen der Triebe. Normalerweise bildet sich eine Blüte pro Verzweigung. In seltenen Fällen bilden sich 2 oder auch 3 Blüten pro Verzweigung. Meist ist das bei der Blüte in der ersten Verzweigung (Königsblüte) der Fall.

Pro Blüte zählt man im Allgemeinen 5 Kronblätter, d.h. die Blüte ist 5-zählig. In Ausnahmefällen gibt es auch 4- bis 7-zählige Blüten. Die dominierende Farbe der Blüten ist weiß. Selten kommt es zu violletten Färbungen, entweder am Blütenrand, oder aber über die ganze Blüte hinweg. Oftmals sind dafür aber bläuliche Staubgefäße zu finden, die man nur gut erkennen kann, wenn die Pollensäcke noch nicht aufgeplatzt sind. Ist das bereits passiert, sieht man auf der ganzen Oberfläche weißlich gelbe Pollen.

Beispiele für die verschiedenen Capsicum annuum Blüten:

Beaver Dam BlüteCascabel BlüteCherry Sweet BlüteCzech Black BlüteFavorit Yellow BlüteFeher BlüteHealthy BlüteKulai Malaysia BlüteLong Purple Cayenne BlüteSonora BlüteTepin Black BlüteYolo Wonder Blüte

Früchte:

Botanisch gesehen handelt es sich um Beeren, umgangssprachlich spricht man allerdings häufig von Chili- oder Paprikaschoten. Genau wie die Blüten hängen die Früchte meist nach unten. Ausnahmen gibt es auch hier. Sorten wie Tepin und Pequin, die auf alte Wildformen zurückgehen, stehen aufrecht.

Beispiele für die verschiedenen Capsicum annuum Früchte:

Aconcagua FruchtCalypso Orange FruchtCzech Black FruchtDutch Orange FruchtElefant FruchtFeher FruchtGolden Treasure Frucht
Italienische Pepperoncini FruchtJalapeno FruchtMulato F1Mushroom RedPequin FruchtPurple Beauty FruchtSibirischer Hauspaprika Frucht

Als die Art Capsicum annuum sich in Europa verbreitete, wurden ihre Vertreter anfänglich eher als Zierpflanzen genutzt. Die Früchte kamen nur selten zum Einsatz. Man würzte eingelegtes Gemüse mit ihnen. Überwiegend war die Nutzung aber sparsam.
Heute werden gerade Gemüsepaprika in großen Mengen angebaut und auch die scharfen Gewürzpaprikas / Chilis erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Sie werden getrocknet, als Pulver verwendet, eingelegt, zu Würzpasten und Hot-Sauces verarbeitet oder schlicht und einfach frisch verzehrt.

Da es mittlerweile so viele Sorten dieser Art gibt, dass der Überblick langsam verloren geht, werden die Früchte dieser Art, in der Landwirtschaft oder auch im Handel, in Fruchttypen eingeteilt. Diese Einteilung ist allgemeiner wie die Sorteneinteilung, aber selbst hier gibt es teilweise Schwierigkeiten die Früchte zuzuordnen.

Folgende Fruchttypen werden unterschieden:

  • Tepin / Pequin-Typ:
    rundliche bzw. rund-ovale Früchte – teilweise spitz zulaufend – häufig aufrecht – meist rot – werden auch als Bird Chilis oder Bird Eye Chilis bezeichnet – meist sehr scharf – viele Ziersorten gehören zu diesem Typ
  • Cayenne-Typ:
    lange, spitze Früchte – dünnwandig und somit gut zum trocknen geeignet – ursprünglich meist rot, aber mittlerweile auch andersfarbige Züchtungen – verschiedene Schärfegrade
  • Jalapeño-Typ:
    länglich-ovale bzw. kegelförmige Früchte mit abgerundeter Spitze – meist mittlere Schärfe – häufig dickfleischig und saftig
  • Anaheim-Typ:
    häufig auch bezeichnet als New Mexican – größere, spitz zulaufende Früchte mit weniger Schärfe – eignen sich gut zum Füllen, aber weniger zum Trocknen – dickfleischig
  • Poblano-Typ:
    etwas breitere Früchte, die spitz zulaufen – meist mild – werden häufig für Saucen und Mole oder zumFüllen verwendet
  • Short-Wax / Hot-Wax-Typ:
    wachsartige Oberfläche der Früchte – spitz zulaufend – max. 10 cm Länge – Ernte oftmals in unreifem Zustand wegen der weißgelben, wachsartigen Färbung – mittelscharf bis sehr scharf
  • Long-Wax-Typ:
    länger wie die Früchte des Short-Wax-Typs – weniger Schärfe
  • Kirschpaprika-Typ:
    runde, kirschförmige Früchte – Färbung meist rot, dunkelrot, rotbraun oder schokoladenfarben – dickes Fruchtfleisch – häufig ungarische Sorten, aber auch mexikanische, wie z.B. Cascabel – eignen sich gut zum Füllen
  • Glockenpaprika- / Blockpaprika-Typ:
    die meisten Gemüsepaprikas – eingeteilt in 3 bis 4 Kammern bzw. Blöcke – dickes Fruchtfleisch – vergleichsweise große Früchte – große Farbvielfalt – meist keine oder wenig Schärfe
  • Cubanelle-Typ:
    ursprünglich aus Italien, obwohl „Cubanelle“ soviel wie Kubaner bedeutet – mit blockförmigen Gemüsepaprika vergleichbar, aber etwas kleiner und länglicher – teilweise spitz zulaufend – normalerweise wenig Schärfe

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